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/ Energie-Effizienz

Vertrauensschutz für Batteriespeicher

Brancheninitiative warnt vor den Folgen möglicher Netzentgelte für Batteriespeicher

Mehr als 150 Stadtwerke, Investoren und Projektentwickler haben sich mit einem Appell an die Bundesnetzagentur gewandt. Hintergrund ist ein Orientierungspapier der Behörde, das die bisherige Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher grundsätzlich infrage stellt. Die Initiative, die von der Trianel GmbH mit angestoßen wurde, warnt vor erheblichen Folgen für Investitionen in Speicherprojekte und damit für die Energiewende in Deutschland.

Auslöser der Brancheninitiative ist ein im Januar veröffentlichtes Orientierungspapier der Bundesnetzagentur. Darin stellt die Behörde die bisherige Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher grundsätzlich zur Diskussion.

Mehr als 150 Unternehmen und Organisationen aus der Energiebranche haben daraufhin einen gemeinsamen Appell formuliert und an die Bundesnetzagentur übermittelt. Sie warnen davor, dass eine nachträgliche Belastung von Speicherprojekten mit Netzentgelten bestehende Investitionsentscheidungen gefährden könnte.

Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH, erklärt: „Mit dem Plan, alle Speicher mit Netzentgelten – zudem in unbekannter Art und Höhe – zu belasten, wird bei zahlreichen bestehenden, in Realisierung befindlichen und geplanten Projekten nachträglich in die Geschäftsgrundlage eingegriffen“.

Er sieht darin vor allem ein Problem für die Planungssicherheit von Investoren: „Damit verlieren Investoren die notwendige Planungssicherheit. Die Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik ist ein berechtigtes Anliegen, aber sie darf nicht zur Investitionsbremse für fortgeschrittene Projekte werden. Für Investitionen sind verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend. Wenn der Vertrauensschutz fällt, fällt die Investitionsbereitschaft gleich mit.“

Den Ausgangspunkt der Initiative bildete eine gemeinsame Erklärung von zehn Speicherprojektentwicklern, die am 19. Februar 2026 an den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, übermittelt wurde. In der Folge erhielt der Appell breite Unterstützung aus der Energiebranche.

Zu den Zweitunterzeichnern zählen unter anderem große Energieversorger wie Vattenfall, MVV Energie, DEW21 oder GASAG. Auch zahlreiche Stadtwerke sowie Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien und Speicher haben sich angeschlossen. Darüber hinaus beteiligen sich Finanzakteure wie die GLS Bank und re:cap global investors an der Initiative. Becker sieht darin ein deutliches Signal: „Die enorme Resonanz zeigt, wie wichtig dieses Thema ist“.

Er warnt zugleich vor möglichen Auswirkungen auf den Energiemarkt: „Vertrauensschutz ist ein hohes Gut für einen Industriestandort. Sowohl Unternehmen als auch Finanzinvestoren brauchen Planungssicherheit. Sollte die BNetzA ihr Vorhaben durchziehen, wäre der Schaden für die Energiewende und für den Investitionsstandort Deutschland immens.“

Links:

www.trianel.com

Hier die Erklärung als PDF.

Mehr als 150 Unternehmen und Organisationen fordern Vertrauensschutz für Batteriespeicher. Die Initiative richtet sich gegen mögliche Netzentgelte für Speicherprojekte. Bild: Trianel

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Quelle: Volker Zwick (Chefredakteur der B&I)
www.b-und-i.de