Batteriespeicher rechnet sich (schnell)
Industrielle Batteriespeicher können sich unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach weniger als vier Jahren amortisieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Beispielrechnung von Fion Energy. Ausschlaggebend ist demnach nicht allein die Speicherkapazität, sondern die intelligente Kombination verschiedener Anwendungsfälle wie Lastspitzenkappung, Strompreisoptimierung und die Vermarktung freier Speicherkapazitäten.
Das Berliner Unternehmen Fion Energy hat die Wirtschaftlichkeit eines industriellen Batteriespeichersystems mit 250 kW Leistung und 500 kWh Kapazität anhand eines realen Industrieprojekts untersucht. Demnach amortisiert sich die Investition nach rund 3,9 Jahren. Grundlage der Berechnung ist ein Unternehmen mit einem jährlichen Stromverbrauch von 2,5 GWh und einer maximalen Leistungsaufnahme von 650 kW. Die Wirtschaftlichkeit entsteht dabei durch die Kombination mehrerer Anwendungsfälle, die durch eine softwaregestützte Betriebsführung koordiniert werden.
„Die Wirtschaftlichkeit industrieller Batteriespeicher hängt heute weniger von der Hardware ab als von der Betriebsstrategie“, erklärt Johannes Meriläinen, Geschäftsführer von Fion Energy. Einen wesentlichen Beitrag liefert die Lastspitzenkappung im Rahmen der atypischen Netznutzung nach § 19 StromNEV. Hierbei werden vom Netzbetreiber definierte Hochlastzeitfenster genutzt, um Leistungsspitzen mithilfe des Speichers gezielt zu reduzieren.
Im Beispiel sinkt der maßgebliche Leistungswert während dieser Zeitfenster von 650 auf 410 kW. Daraus ergibt sich eine jährliche Einsparung von rund 39.000 Euro bei den Netzentgelten. Zusätzliche Einsparungen entstehen durch die Nutzung dynamischer Strompreise. Der Speicher wird in günstigen Preisphasen geladen und in Zeiten hoher Strompreise entladen. Dadurch lassen sich die Beschaffungskosten senken, ohne in die Produktionsabläufe einzugreifen.
Freie Speicherkapazitäten können zudem an Strommärkten vermarktet werden, beispielsweise am Day-Ahead-, Intraday- oder Regelenergiemarkt. Im dargestellten Szenario ergeben sich daraus zusätzliche Erlöse von rund 23.000 Euro pro Jahr, davon 7.500 Euro aus der Beschaffungsoptimierung und 15.500 Euro durch Trading.
Den jährlichen Mehrerträgen von insgesamt 62.000 Euro stehen operative Kosten von rund 10.500 Euro gegenüber. Unter dem Strich verbleibt ein jährlicher wirtschaftlicher Vorteil von etwa 51.500 Euro. Bei einem Investitionsvolumen von rund 200.000 Euro ergibt sich daraus eine Amortisationszeit von etwa 3,9 Jahren.
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