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Neue Schaltanlage für Gerresheimer

Am Produktionsstandort Essen-Steele hat Gerresheimer seine Energieversorgung zukunftssicher neu aufgestellt. Wisag realisierte dafür eine neue 10-kV-Übergabestation samt Schalthaus. Die Anlage ist auf steigende Lasten ausgelegt und soll die Stromversorgung des Glasproduzenten über Jahrzehnte hinweg absichern.

Der Ausbau der Produktion bei Gerresheimer ließ den Energiebedarf deutlich wachsen – und die Entwicklung geht wohl so weiter. Während aktuell rund 10 Megawatt benötigt werden, rechnet das Unternehmen bis 2026 mit einem Anstieg auf 15 Megawatt. Langfristig, ab den 2030er-Jahren, ist ein weiterer Zuwachs auf bis zu 30 Megawatt vorgesehen. Da die vorhandene Übergabeschaltanlage nicht erweiterbar war, entschied man sich für einen Neubau.

Die neue, luftisolierte Schaltanlage wurde deshalb bereits auf eine Kapazität von 40 Megawatt ausgelegt. Mit einer Kurzschlussfestigkeit von 31,5 kA und einer erwarteten Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren bietet sie Reserven für die kommenden Jahrzehnte. Nach Anlieferung im November 2024 erfolgte die Montage, einschließlich Parametrierung, Prüfung und Inbetriebnahme der Schutz- und Leittechnik.

Bevor die Umsetzung startete, führte Wisag eine umfassende Netzuntersuchung durch. „Wir boten daraufhin eine Netzuntersuchung an, die im November 2023 abgeschlossen wurde“, erklärt Alexander Grigo, Netzplaner der Wisag Elektrotechnik. „Ziel war es, Schwachstellen im Versorgungsnetz zu identifizieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten.“ Teil der Untersuchung war zudem eine systematische Leistungsmessung an den neuralgischen Punkten.

Ein zentrales Element des Projekts war der Bau eines eigenen Schalthauses. Ursprünglich als Betonfertigteil geplant, musste wegen Lieferengpässen eine Alternative gefunden werden. „Wir planten daraufhin eine alternative Lösung in Massivbauweise“, blickt Alexander Grigo zurück. „Gemeinsam mit einem erfahrenen Hoch- und Tiefbauunternehmen haben wir das Bauvorhaben dann umgesetzt.“

Das Gebäude misst 12,5 mal 5 Meter, verfügt über eine lichte Raumhöhe von 3,2 Metern und einen 1,2 Meter hohen Kabelboden. Als Ausgleich für die beanspruchte Grünfläche erhielt es ein Gründach. Der erste Spatenstich erfolgte im Mai 2024, der Rohbau war Anfang August abgeschlossen. Bereits im Oktober stand das Schalthaus fertig für die neue Anlage zur Verfügung.

Links:

www.wisag.de

Mit der neuen Mittelspannungsschaltanlage ist die Stromversorgung des Standorts Essen-Steele langfristig abgesichert. Sie bietet nicht nur die erforderlichen Kapazitäten für die aktuelle Produktion, sondern auch für künftige Erweiterungen. Bild: Wisag

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Quelle: Volker Zwick (Chefredakteur der B&I)
www.b-und-i.de