Mehrfacher Druck auf die Fertigung
Eine neue Hexagon-Studie zeigt: Fertigungsunternehmen stehen gleichzeitig unter Personal-, IT- und Cyberdruck. Trotz wachsender Digitalisierungsinvestitionen bleiben Interoperabilität und Skalierbarkeit zentrale Hindernisse. Viele Tools liefern kaum Mehrwert, weil Daten fragmentiert und schwer zugänglich sind.
Laut der Studie „Data Connectivity & Visibility: The Competitive Edge in Industry“ leiden Fertigungsunternehmen besonders stark unter drei systemischen Herausforderungen. Dazu zählen Personalengpässe, die 76 Prozent der Befragten mit deutlichen operativen Folgen melden, sowie veraltete IT-Infrastrukturen, die 77 Prozent als Belastung einstufen. Hinzu kommt ein wachsender Cyberdruck: 65 Prozent berichten von stark beeinträchtigenden Sicherheitsbedenken im laufenden Betrieb.
Mehr Tools, aber wenig Nutzen
Die Branche investiert in digitale Systeme – etwa 3D-Modelle, Visualisierungs-Dashboards und Geodaten – und setzt häufiger auf digitale als auf papierbasierte Dokumentation. Gleichzeitig steigt die Zahl der Tools weiter: 76 Prozent der Führungskräfte verzeichnen mehr Werkzeuge als im Vorjahr. Ihr Potenzial bleibt jedoch begrenzt. Nur 26 Prozent der Stakeholder erhalten vollständigen Zugriff auf relevante Daten. Rund drei Viertel berichten von veralteten oder verzögerten Informationen, die Entscheidungen erschweren.
Die Lücke zwischen Investition und Nutzen lässt sich laut Studie vor allem durch mangelnde Integration erklären. 71,5 Prozent der Befragten nennen unzureichende Datenintegration als Hindernis – 22 Prozent bewerten die Auswirkungen als gravierend. Parallel melden ebenfalls 22 Prozent Einschränkungen bei der Nutzung anlagenspezifischer Leistungsdaten.
Um die strukturellen Herausforderungen zu adressieren, gibt Lawrence Benson, VP Portfolio Strategy bei Hexagon, fünf strategische Empfehlungen: Altsysteme aktiv angehen, Skalierbarkeit früh berücksichtigen, Lösungen passend zum Reifegrad auswählen, auf Plattformansätze setzen und KI gezielt einsetzen.
Mit Blick auf Digital Twins und Digital Thread unterstreicht Benson die Bedeutung interoperabler Lösungen: „Unabhängig vom Reifegrad auf dem Weg zum Digital Thread erfordert der nächste Schritt Partner und Lösungen, die dort ansetzen, wo das Unternehmen steht. Zudem geht es darum, die getätigten Investitionen fortzuschreiben, statt sie zu entwerten. Unternehmen sollten beurteilen können, wie sich die verfügbaren Daten so mit anderen Systemen verbinden lassen, dass es nicht bei Punkt-zu-Punkt-Integrationen bleibt, sondern Informationen auf intelligente Weise zusammengeführt werden.“
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