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Flir-Wärmebildtechnik liest Herculaneum-Papyri aus

Verkohlte Papyrusrollen aus Herculaneum gelten als bedeutendste antike Handschriftensammlung — doch herkömmliche Bildgebung versagt an ihnen. Forschende des italienischen Nationalen Forschungsrats (CNR) setzen deshalb auf gepulste Thermografie mit Wärmebildkameras von Flir, um verborgene Schrift zerstörungsfrei sichtbar zu machen.

Die Herculaneum-Papyri wurden beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verkohlt und dadurch konserviert. Viele der bereits vor Jahrhunderten entrollten Fragmente sind heute äußerst fragil und kaum noch lesbar. Das zentrale Problem: Sowohl das verkohlte Papyrus als auch die Tinte sind schwarz. Herkömmliche Bildgebungsverfahren stoßen deshalb schnell an ihre Grenzen. Röntgenverfahren wären zwar möglich, erfordern jedoch spezialisierte Labore und den Transport der empfindlichen Objekte.

Wie funktioniert gepulste Thermografie?

Das Forschungsteam des Institute of Heritage Science des CNR setzt auf gepulste Thermografie. Dabei wird das Material mit kurzen Lichtimpulsen angeregt, während Wärmebildkameras die thermische Reaktion aufzeichnen. Unterschiede bei der Wärmeaufnahme machen Schriftzüge sichtbar, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Gleichzeitig lassen sich tieferliegende Strukturen analysieren. Zum Einsatz kommen Wärmebildkameras der Flir-X-Serie. Sie erfassen selbst geringe Temperaturunterschiede und ermöglichen eine hochauflösende thermische Analyse. Während der Untersuchungen wird das empfindliche Papyrusmaterial nur um wenige Grad erwärmt — das Verfahren bleibt vollständig berührungslos und zerstörungsfrei.

Erhaltungszustand der Manuskripte im Blick

Die Thermografiedaten liefern nicht nur Informationen über verborgene Texte. Auch Faserverläufe, Schichtungen und mögliche Ablösungen des Materials werden sichtbar. Restauratoren erhalten damit zusätzliche Hinweise auf den Erhaltungszustand der Manuskripte und können geeignete Konservierungsmaßnahmen gezielt planen.

KI-gestützte Auswertung als nächster Schritt

Künftig soll der Ansatz durch KI-gestützte Auswertungen ergänzt werden. Ziel ist es, den Kontrast zwischen Tinte und Papyrus weiter zu verbessern und auch schwer zugängliche Bereiche der Schriftrollen besser lesbar zu machen.

Links:

www.flir.de

Mithilfe gepulster Thermografie werden auf den verkohlten Herculaneum-Papyri Schriftzüge sichtbar, die mit herkömmlichen Verfahren kaum erkennbar sind. Bild: S. Ceccarelli et al., SciRep 15, 34466 (2025)

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Quelle: Volker Zwick (Chefredakteur der B&I)
www.b-und-i.de