E-Rechnung im ERP: Peppol-Anbindung für Mittelstand
Die E-Rechnungspflicht wächst europaweit — Belgien macht seit Januar 2026 den Anfang, Deutschland folgt 2027. Schubert & Salzer hat sein ERP-System Datasystems in zwei Monaten um eine Peppol-Schnittstelle erweitert, damit mittelständische Fertigungsunternehmen grenzüberschreitend rechtskonform abrechnen können.
Die klassische PDF-Rechnung per E-Mail verliert im europäischen B2B-Geschäft zunehmend an Bedeutung. Mehrere Länder haben strukturierte elektronische Rechnungen bereits verpflichtend eingeführt oder sind dabei, dies schrittweise umzusetzen. Unternehmen mit internationalen Lieferketten müssen daher prüfen, ob ihre ERP-Systeme die erforderlichen Standards abbilden.
Auslöser: Belgische E-Rechnungspflicht ab 2026
Den konkreten Anlass lieferte die belgische Tochtergesellschaft des Ventilherstellers Schubert & Salzer Control Systems. Seit dem 1. Januar 2026 ist in Belgien der strukturierte elektronische Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen verpflichtend. Die Schubert & Salzer Data GmbH erweiterte daraufhin das ERP- und PPS-System Datasystems innerhalb von zwei Monaten um eine Peppol-Schnittstelle. Die Anbindung ist nun fester Bestandteil der On-Premise-Lösung, die zentrale Geschäftsprozesse wie Einkauf, Produktionsplanung, Fertigungssteuerung und Vertrieb abbildet.
Wie der Rechnungsversand über Peppol technisch funktioniert
Für die Anwender ändert sich im Tagesgeschäft wenig: Rechnungen werden weiterhin wie gewohnt im ERP erstellt. Das System erzeugt anschließend automatisch eine Rechnung im ZUGFeRD-Format mit eingebetteter XML-Datei nach DIN EN 16931. Eine Middleware-Plattform wandelt diese in den Peppol-Standard BIS Billing 3.0 um und überträgt die Rechnung über das Peppol-Netzwerk an den Empfänger.
Modularer Aufbau als Grundlage für künftige Anforderungen
Durch den modularen Aufbau von Datasystems lassen sich neue gesetzliche Vorgaben ohne tiefgreifende Eingriffe in bestehende Abläufe umsetzen. Zusatzmodule ermöglichen Erweiterungen der Auftragsabwicklung, ohne Kernprozesse grundlegend verändern zu müssen. Das ist relevant, denn neben Belgien führen auch Frankreich und Kroatien die elektronische B2B-Rechnung ein — und in Deutschland gilt ab 2027 die vollständige B2B-E-Rechnungspflicht.
Links:
https://datasystems.schubert-salzer.com/
www.b-und-i.de
